Januar 2003

Wir wünschen allen Mandanten, Geschäftsfreunden und Bekannten ein
gesundes, friedliches und erfolgreiches Jahr 2003.


Vorauszahlungen zur Umsatzsteuer für November und Lohnsteuer,
Kirchensteuer und Solidaritätszuschlag für die im Dezember 2002
gezahlten Löhne und Gehälter werden am 10. Januar 2003 fällig.

Aufbewahrungsfristen
Bücher und Aufzeichnungen, bei denen die letzten Eintragungen vor dem
01.01.1993 vorgenommen worden sind, dürfen im Rahmen der 10-jährigen
Aufbewahrungsfrist nach dem 31.12.2002 vernichtet werden. Das gilt auch
für Buchungsbelege, die vor dem 1.1.1993 entstanden sind, z.B.
Rechnungen, Lieferscheine, Bankauszüge.
Die Unterlagen müssen in jedem Falle solange aufbewahrt werden, wie sie
für die Besteuerung von Bedeutung sind. Dies gilt insbesondere für
Verträge, Prüfungsberichte, Lohnabrechnungsunterlagen und Aufzeichnungen
zu den Gewinnermittlungen.

Änderungen in Sozialversicherung
Das Beitragssatzsicherungsgesetz ist zwar im Bundesrat zunächst
gescheitert, die Rechengrößen in der Sozialversicherung werden sich aber
wahrscheinlich wie folgt ändern:
Die Beitragsbemessungsgrenze in der Renten- und Arbeitslosenversicherung
erhöht sich auf 61.200 Euro jährlich bzw. 5.100 Euro monatlich. In der
Krankenversicherung und der Pflegeversicherung steigt die
Beitragsbemessungsgrundlage auf 41.400 Euro jährlich bzw. 3.450 Euro
monatlich.
Die Beiträge bleiben in der Arbeitslosen- und Pflegeversicherung mit 6,5
% bzw. 1,7 % unverändert. Der Beitragssatz in der Rentenversicherung
wird auf 19,5 % angehoben.

Reform des Niedriglohnsektors
Es wird damit gerechnet, dass ab 01.01.2003 Minijobs bis zu einem
Monatsverdienst von 400,00 Euro in allen Wirtschaftszweigen und im
haushaltsnahen Bereich von Privatpersonen zulässig sind. Der
Arbeitnehmer hat keinerlei Abzüge hinzunehmen. Der Arbeitgeber muss auf
die 400,00 Euro eine Pauschale von 25 % (11 % Rentenversicherung, 12 %
Krankenversicherung und 2 % Lohnsteuer) zahlen. Bei haushaltnahen
Beschäftigungen ist lediglich eine Pauschale von 12 % zu entrichten.
Bei Monatsentgelten zwischen 400,00 und 800,00 Euro entsteht eine
Gleitzone. Der Arbeitgeber zahlt den normalen hälftigen Anteil an den
Sozialversicherungsbeträgen von rund 21 %. Die Beiträge des
Arbeitnehmers steigen von 4 % bis auf 21 % stufenweise an. Die
Lohnversteuerung erfolgt je nach Wunsch des Arbeitnehmers pauschal (5 %
auf die ersten 400,00 Euro weitere 25 % auf den 400,00 Euro
übersteigenden Betrag). Minijobs in haushaltsnahen Bereichen sollen, in
bisher noch nicht bekannter Höhe, von Privatpersonen in der
Einkommensteuererklärung abgesetzt werden können.

Abgeltungssteuer auf Kapitalerträge
Nach den Erklärungen der Regierung soll der Steuersatz auf 25 %
festgesetzt werden. Mit dieser Abgeltungssteuer ist die Besteuerung der
Kapitalerträge abgeschlossen. Damit soll erreicht werden, dass das
"Fluchtkapital" wieder ins Inland zurück fließt. Bei Rückführung des
Kapitals kann durch eine Selbstanzeige Straffreiheit erreicht werden.
Bei der Rückführung ist ein Pauschalbetrag von 25 % des Kapitals an das
Finanzamt zu entrichten. Dieser Steuersatz soll für 2003 gelten, für
2004 soll ein Satz von 35 % angewandt werden. Mit der Rückführung und
Offenlegung des Kapitals kann über dieses Vermögen im Inland wieder frei
verfügt werden.
Die Sparerfreibeträge sollen erhalten bleiben. Die Abgeltungssteuer soll
mit einem Optionsmodell verbunden werden, damit Kleinsparer mit einem
persönlichen Steuersatz von weniger als 25 % die Möglichkeit haben
innerhalb ihrer Steuererklärung die Zinsen diesem niedrigeren Steuersatz
zu unterwerfen.
Das Bankgeheimnis wird aufgehoben.